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Daniel Eisenhardt

Neue Musik für Jugendliche präsentiert. Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze

Eingestellt am 23.09.2011

In dieser Diplomarbeit gehe ich der Forschungsfrage nach, wie ein Konzert beschaffen sein muss, um Interesse für Neue Musik bei Jugendlichen zu wecken. Die Ergebnisse meiner theoretischen Betrachtungen wurden durch die Durchführung eines Schülerkonzertes erprobt, welches von den Teilnehmern evaluiert wurde.

Zunächst gebe ich einen kurzen Überblick über das Handlungsfeld der Musikvermittlung und lege dessen Bedeutung für unsere Kulturlandschaftdar. Danach differenziere ich das aus der Forschungsfrage abgeleitete Leitziel meines Vermittlungsprojektesin drei allgemeine Ansätze aus: Distanzverringerung, Aufmerksamkeitssteigerung und Zielgruppenorientierung. Letzterer macht es notwendig, typische Motive der Musikrezeption, die Lebenswelt und das Kulturverhalten der Zielgruppe zu analysieren. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen stelle ich anschließend verschiedene Vermittlungsmethoden auf, welche die Ansätze in die Praxis überführen. Die Variation der Darbietungsform, die Aufnahme der Hör- und Wahrnehmungsgewohnheiten der Zielgruppe sowie die Verwendung einfacher Marketingstrategien zur Schaffung von Orientierung und Vertrauen sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Das entwickelte Vermittlungsprojekt wurde an der HfM Würzburg am 18. Juni 2010 unter dem Titel „Alles glänzt…so schön neu! Neue Musik, auf Hochglanz poliert“ durchgeführt. Auf der Basis meiner Methoden entstand ein abwechslungsreiches Konzertprogramm, in welchem Live-Musik, Medieneinspielungen, Moderation und Partizipationsmöglichkeiten einander abwechselten.Der außermusikalische Teil der Veranstaltung wurde von Video-Interviews geprägt, in denen die Interpreten sich und ihrer Werke vorstellten. Die Werke selbst wurden wiederum teilweise mit außermusikalischen Aktionenkombiniert, welche die Rezeption erleichtern oder Aufmerksamkeit wecken sollten. Anwesend waren ca. 120 Gymnasiasten der Klassenstufen 10 und 11, die in der Woche nach dem Konzert ihre Eindrücke in einem Fragebogen festhielten. Dieser diente zusammen mit meinen eigenen Beobachtungen zur Überprüfung der Wirksamkeit meiner Ansätze und Methoden.

Trotz fehlender Kontrollgruppe legt die Auswertung der Evaluation nahe, dass die aufgestellten Ansätze und Methoden das Interesse von Jugendlichen an Neuer Musik fördern können. Dabei ist vor allem die zielgruppenorientierte Variation der Konzertform ausschlaggebend. Den Besuch eines vergleichbaren Konzertformates mit ähnlicher oder anderer Musik können sich etliche Zuhörer auch in Zukunft vorstellen. Obwohl jedoch die einzelnen Konzeptideen gute Bewertungen von den Teilnehmern erhielten, wurde die Musik selbst im Durchschnitt weniger positiv aufgenommen. Es wurde deutlich, dass die Art der Vermittlung den ästhetischen Eindruck nur begrenzt verbessern kann, besonders im Rahmen einer einzelnen Veranstaltung.

Wir danken Daniel Eisenhardt für die Zusammenfassung seiner Arbeit. Sie können die komplette Studie unter http://www.danieleisenhardt.de/data/Dipl_DE_ebook.pdf herunterladen.


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