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Georg Klein

Sound Perspectives II: Georg Klein

Eingestellt am 28.03.2012

Spannungsräume

Der Klang-, Video- und Medienkünstler Georg Klein geht in seinem Vortrag auf Spannungsräume ein, die seine Werke prägen. Im Rahmen des YEAH-Festivals hatte er die Haupteinkaufsstraße in Osnabrück in eine Klangwelt verwandelt. Den Kern bildeten verschiedene, mit Klangmodi versehende Mülltonnen.

Kleins Installationen verdichten den öffentlichen Raum und laden ihn politisch-situativ auf. Er arbeitet in dreifacher Hinsicht mit Klangräumen: klangintern, klangextern und kontextuell, wobei sich das Kontextuelle insbesondere auf ein Arbeiten mit dem jeweiligen Bezugsraum konzentriert: Was sind Wechselwirkungen? Und wie reagieren die einzelnen Komponenten zu- und miteinander? Der Klangraum ist nicht primär lokal konzentriert, sondern umfasst für Klein auch Sozialräume. Er verbinde sich mit der haltenden und konservierenden Funktion des architektonischen Raums, wodurch sich immer wieder Spannungen ergeben. Spannungsräume seien auch deswegen interessant, da sie gerade nicht neutral sind wie Konzerträume oder Galerien, sondern immer kontextbezogen und durch bestimmte Funktionen beschreibbar.

Die politischen, gesellschaftlichen, psychischen und existentiellen Bezüge sind für Klein von  Bedeutung. Denn einerseits gehe es bei seinen Werken nicht nur um ein Einlassen auf den Raum, dessen Klänge und dessen Aura, sondern andererseits auch um ein Aufgreifen und Modifizieren in zugespitzter Weise: der Ort soll zum sprechen gebracht werden. Und dabei bilde das ortsbezogene Material den Ausgangspunkt, das nur bei Bedarf um andere Materialien erweitert werde.

Nach der theoretischen Einführung in seine Werkkonzepte stellt Klein verschiedene seiner Installationen vor. Eine Übersicht über seine Arbeiten finden Sie auf seiner offiziellen Homepage.


(Zusammenfassung für das netzwerk junge ohren von Kai H. Müller)

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