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Hans Christian Schmidt-Banse

Sound Perspectives IV: Sound versus Musik

Eingestellt am 27.04.2012

Der emeritierte Professor für Musikwissenschaft an der Universität Osnabrück geht in seinem Vortrag auf das Spannungsfeld Sound versus Musik und die Verwendung beider Klangquellen im Film ein. Kein anderes Medium habe sich den Sound so kreativ anverwandelt wie die Musik. Das Sound Design ist ein Resultat hiervon, wobei ihm folgende Effekte zuzuschreiben seien: es garantiere der Filmszene ein hohes Maß an Realität, es stifte beim Betrachter stärkere Wirkungen als Musik, es setze Akzente und es fokussiere die visuelle Wahrnehmung.

Wenn der Sound durch atemlose Stille besonders eindrucksvoll eingesetzt werde, komme es zu einer extremen Spannung, was Schmidt-Banse am Beispiel von Brian de Palmas “Mission Impossible” zeigt, wo die Musik vollständig getilgt ist. Als Beispiel für das entgegengesetzte Music Design verwendet er einen Ausschnitt aus Lars von Triers “Antichrist”. Music Design hat bei Tilgung des Sounds folgende Effekte: es garantiere der Szene ein hohes Maß an Artifizialität, es zwinge der Szene ihre eigene Zeit auf, es unterwerfe den Szenenablauf der musikalischen Ordnung, es bestimme das emotionale Grundklima und es vermittle dem Betrachter eine präzise Empfindung.

(Zusammenfassung für das netzwerk junge ohren von Kai H. Müller)

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